Kirche Unterlengenhardt

 

Christof Beck

Roswitha Bril-Jäger

 

 

Von Christof Beck

am 30. März 2006

 

Mit dem heutigen Sonntag stehen wir am Beginn der Passionszeit des christlichen Jahreslaufes.


Die vier Wochen bis Ostern hin sind nun von diesem Charakter geprägt. Am Altar drückt sich dies durch das Schwarz aus.


Jede Farbe, so können wir es erleben, erzeugt eine Gegenfarbe. Blicken wir auf eine rote Fläche, so wird in uns Grün erzeugt, sehen wir Violett so erzeugt sich Gelb usw.. Bei Schwarz ist es das reine Weiß das entsteht, aus der Dunkelheit wird Licht. Was für das äußere Schwarz gilt, wünschen wir uns natürlich auch für die anderen Arten der Finsternis. Man spricht davon, dass es die dunklen Seiten des Lebens gibt. Überall da, wo Krieg ist, wo Zwietracht herrscht oder Orientierungslosigkeit besteht, ist es geistig finster. Daher können oder müssen wir erleben, dass nicht von allem eine Aufhellung, eine Verwandlung ins Lichtvolle geschieht.


Doch hier ist der Sinn der Passion zu erkennen. Christus hat die Passion, seine Leidenszeit, mit einem ganz bestimmten Ziel auf sich genommen. Nämlich in der Auseinandersetzung mit der Finsternis eine Kraft zu entwickeln, die, wenn der Mensch sie aufnehmen will, indem er sich mit IHM verbindet, tatsächlich die geistige Finsternis überwinden kann.

 
Am Beginn der Passionszeit erfahren wir im Evangelium (Lukas 11,14 ff), wie Menschen gegen Christus auftreten, die ganz finstere Gedanken haben. Es ist der ungeheure Vorwurf, dass er mit dem obersten Teufel wirken würde, dass er im Dienst der bösen Mächte stünde, der ihm gemacht wird. Eine ganz negative Gesinnung ist mit dieser Menschengruppe verbunden, die dem Christus da entgegentritt.

 
Durch die folgenden Passionsereignisse erfahren wir dann, dass das, was im Menschen lebt, was er an innerer Haltung hat, dort nicht bleibt sondern bis in die äußere Tat gehen will, so dass, das Böse, das Finstere seinen Weg findet, wie es sich in der Welt auslebt durch das, was dem Christus dann angetan wird. Es zeigt uns dies, welche Verantwortung der Mensch hat, denn mit dem, was in ihm lebt schafft der Mensch die Grundlagen für Realitäten, die sich dann in der Welt ausleben können. So, wie sich dies im Negativen zeigt, gilt dies natürlich auch für das Positive. Wenn es uns gelingt Gutes, Lichtvolles in uns lebendig zu machen, so hat es auch seine Bedeutung.


Dass wir uns immer wieder in einem Kirchenraum versammeln, ist uns deshalb so wichtig, weil wir Anregung erfahren für den lichtvollen Gehalt unserer Gesinnung, dass das Positive in uns wachsen kann, damit wir dadurch eine Wirksamkeit in die Welt bringen können, ein Wirken mit den guten Mächten, was so dringend benötigt wird.

 

Forum von und für Blinde und Sehbehinderte

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Dort auch andere kleinere Texte aus dem Jahre 2006 - z.B. von dem Christengemeinschaftspfarrer Stefan Neß

 

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