PRESSEMITTEILUNG

Photovoltaik im Spannungsfeld der Architektur

"Die Nutzung der Sonnenenergie hat heute trotz ausgereifter Technik immer noch einen Sonderstatus. Um so wichtiger ist es, daß öffentliche Einrichtungen und Kirchgemeinden hierfür Zeichen setzen und Beispiele geben. So auch die Johannes-Kirche der Christengemeinschaft in Dresden, Reichenbachstraße 30.
Diese Kirchgemeinde konnte 1999 ihr neues Gemeindezentrum in Besitz nehmen. In der Nazizeit war die Christengemeinschaft als Kirche in ganz Deutschland im Jahr 1941 verboten worden. Ihr damaliges Kirchengebäude mußte unter Aufsicht verkauft (!) werden und diente zeitweise Soldaten als Unterkunft. Am 13. Februar 1945 brannte das Gebäude aus. Jetzt endlich konnte die Christengemeinschaft an gleicher Stelle ein neues Gemeindezentrum mit Kirche, Saalgebäude und Nebenräumen errichten.
Dank der großzügigen Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Förderprogramm "300 Kirchgemeinden für die Sonnenenergie") und der Energieagentur Dresden gGmbH konnte die Kirchgemeinde nachträglich dieses von ihr schon lange angestrebte Photovoltaik-Projekt verwirklichen.

Anlagen zur Stromerzeugung - Photovoltaik-Anlagen - arbeiten geräuschlos, sauber und wartungsfrei. Sie können auch ein gestaltendes Element in der Architektur sein. Wie gut eine Photovoltaik-Anlage als Spannungsbogen zwischen Technik und Ästhetik in das Gebäude integriert werden kann, zeigt die Anlage der Christengemeinschaft Dresden. Die für eine Solararchitektur offene Kirchgemeinde schuf mit der Modulgestaltung auf zwei Dächern des Kirchenneubaus ein weiteres architektonisches Detail in dem ohnehin attraktiven Gebäudekomplex.
Die Anlage wurde durch Dresdner Firmen realisiert. Die SachsenSolar AG als Generalunternehmer setzte für die Module die Glas-Glas-Module der Firma Solarwatt GmbH ein. Bei diesen Modulen sind die Solarzellen zwischen zwei gehärteten Sicherheitsgläsern einlaminiert. Auf Dächern haben sie durch den Zellabstand zueinander eine optisch sehr leichte Wirkung und verfügen über sehr gute mechanische Eigenschaften.

Die Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 5,06 kWp ist noch Ende Dezember vergangenen Jahres an das Netz der DREWAG gegangen. Die Christengemeinschaft speist den gesamten von der Anlage erzeugten Sonnenstrom in das öffentliche Netz ein und erhält dafür 20 Jahre lang eine Einspeisevergütung von 50,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Festgelegt ist diese Vergütung durch das Erneuerbare Energien Gesetz, dass im April 2000 in Kraft getreten ist.

Die Anlage, die 4.300 kWh im Jahr elektrischen Strom produziert und damit der Umwelt allein jährlich 3.700 kg Kohlendioxid erspart, ist eine von 29 Anlagen, die im Jahr 2001 an das Netz der DREWAG in Dresden angeschlossen wurden."