Ist "Kirche" noch zeitgemäß?

Die Christengemeinschaft stellt sich vor

Die Christengemeinschaft hat nicht den Anspruch, die "alleinseligmachende Kirche" zu sein. Sie begegnet allen anderen kirchlichen und nichtkirchlichen religiösen Wegen mit Liebe und Respekt. Sie möchte einfach da sein und offen sein für alle, die eine lebendige Beziehung zu Christus durch die erneuerten Sakramente suchen. Jeder, der es will, darf ihren Segen als Kraftquell für den anstrengenden Alltag empfangen. Jeder, der es will, kann die Sakramente nach und nach auch in ihren Einzelheiten verstehend begreifen lernen.

Die sieben Sakramente

Durch die Taufe der Kinder kann ihre Seele angeregt werden, auf der Erde in ihrem Denken, Fühlen und Wollen die Liebe zu allen Wesen zu entwickeln. In dem Kindergottesdienst, der Sonntagshandlung für die Schulkinder, wird der Impuls der Taufe weitergeführt. Die Kinder können allmählich verstehen, dass Christus der "Lehrer der Menschenliebe" ist.

Durch die Konfirmation können die vierzehnjährigen Kinder den Übergang in die Jugendzeit als geheiligten Augenblick erfahren und sich für ihr weiteres Leben ermutigt fühlen.

Menschenweihehandlung ist der zunächst fremd klingende, aber doch sehr stimmige Name für unseren Abendmahlsgottesdienst.

Die traditionelle Beichte ist weiterentwickelt zu einem Sakrament der Ich-Stärkung, der Erkraftung der innersten Impulse des einzelnen Menschen.

Die Heilige Ölung wird den Sterbenden gespendet. Sie hilft ihnen, in tiefem Frieden ihr Leben zu vollenden.

Gleichberechtigt kann die Priesterweihe von Männern und Frauen empfangen werden, die sich ihr ganzes Leben lang in den Dienst der Sakramente stellen wollen.

Die Trauung heiligt den Entschluss zur Ehe zwischen Mann und Frau und stärkt die Verbundenheit auch in schwierigen Zeiten durch die Kraft Christi.

Die Geschichte

Die Christengemeinschaft wurde im September 1922 gegründet durch eine Gruppe von Theologen und Theologinnen unter der Leitung von Friedrich Rittelmeyer. Rudolf Steiner, der die Anthroposophie als moderne Geisteswissenschaft entwickelt und 1919 die Freie Waldorfschule ins Leben gerufen hatte, stand den Begründern der Christengemeinschaft mit umfassend spirituellem und praktischem Rat zur Seite. Ihm, der auch profunde Kenntnisse der katholischen und evangelischen Tradition hatte, sind die Ausgestaltungen der kultischen Formen in Wort, Bild und Handlung zu verdanken.

Heute ist die Christengemeinschaft in vielen Städten Deutschlands, Europas und weltweit vertreten. Ihre Mitglieder und auch viele Freunde und Interessenten bringen in freier Selbsteinschätzung die nötigen finanziellen Mittel auf. Die Leitung der Christengemeinschaft besteht aus sieben Hauptverantwortlichen aus der Priesterschaft und hat ihren Sitz in Berlin.

Gemeinde Aachen

Die Gemeinde in Aachen, zu der etwa 70 Mitglieder und eine größere Anzahl Freunde und Interessenten gehören, hat im Jahr 2001 ein altes Fabrikgebäude der ehemaligen Krautmühle zu ihrem Gemeindezentrum umbauen können. In innerer Hinwendung zu dem Wesen des Erzengels Michael hat sie diesem Gebäude den Namen "MICHAEL-KIRCHE" gegeben.

 

Irene v.Wedemeyer, Gemeindepfarrerin